MOST / Brücke S.-H.

Gelungener Brückenschlag: Soziale Psychiatrie in Archangelsk

Für die Brücke SH folgte Stefan Meyer-Kaven der Einladung zur Teilnahme an der Internationalen Konferenz „Soziale Psychiatrie und Lebensqualität der Bevölkerung in Nordeuropa“ nach Archangelsk.

Bei dieser Gelegenheit besuchte er auch das Partnerprojekt der Brücke SH „Moct“ – zu Deutsch „Brücke“ –  um sich vor Ort mit den neuesten Entwicklungen vertraut zu machen.

An der Konferenz nahmen ca.100 TeilnehmerInnen aus Italien, Lettland, Norwegen, Deutschland und Russland teil. Insgesamt wurden über 30 psychiatrische Fachvorträge gehalten.

Im Vordergrund standen dabei die Ergebnisse von wissenschaftlichen Forschungen und praxisbezogenen Projekten, die zwischen den Gastnationen und den Gastgebern aus Archangelsk durchgeführt oder kürzlich abgeschlossen wurden.

Gemeinsame wissenschaftliche Projekte dieser Art gab es zwischen den Universitäten von Tromsö und Archangelsk, ebenso die gemeinsame Entwicklung gleicher Ausbildungsstandards und Austauschprogramme für Ärzte und Krankenschwestern zwischen den psychiatrischen Kliniken beider Städte.

Bei der Entwicklung und Umsetzung psychiatrischer Einrichtungen im außerklinischen Bereich erwies sich das Projekt zwischen der Brücke SH und dem Verein „Moct“ als am weitesten konkretisiert.

Bereits im Herbst 2003 eröffnete „Moct“ seine erste Begegnungsstätte, eine zweite wird in den nächsten Wochen eröffnet.

Mit dem Focus auf die notwendige Entwicklung einer integrierten Versorgung psychisch erkrankter Menschen in Archangelsk präsentierte Stefan Meyer-Kaven seinen Vortrag mit dem Thema:

„A future mental health care in Archangelsk“.

Entwicklungen bei „Moct“

Nach der Eröffnung der ersten Begegnungsstätte im Herbst 2003 wurde vor wenigen Tagen die Renovierung der zweiten Begegnungsstätte abgeschlossen. Sobald die noch fehlenden neuen Möbel und die Einbauküche ihren Platz gefunden haben, werden die BesucherInnen in der zentral mitten in der Stadt gelegenen Einrichtung betreut werden können.

In der weiteren Planung befindet sich derzeit eine Wohngruppe mit 10 -12 Plätzen.

Ab 01. Januar 2005 verfügt die psychiatrische Klinik über ein zusätzliches Gebäude, ca. 15 km außerhalb von Archangelsk gelegen. Dort soll eine Übergangsstation entstehen, die die Klinikpatienten auf ihre Entlassung vorbereitet.

Direkt daneben soll die Wohngruppe von „Moct“ zur weiteren außerklinischen Betreuung entstehen. Dies hat zum einen den Vorteil, dass inhaltlich Kriseninterventionen durch das Klinikpersonal sofort geleistet werden können, zum anderen, dass die Energieversorgung des Klinikgebäudes für Heizung, Strom und Wasser mitgenutzt werden kann.

Zudem wäre die zukünftige Wohngruppe an diesem Ort in eine dörfliche Siedlung mit direkter Busverbindung in die Stadt integriert, Fahrtzeit ca.15 Minuten.